TIPP: MEHRERE FIRMENWAGEN 1% REGELUNG


Steuertipp: Mehrere Firmenwagen und 1% Regelung

Geschäfts- oder Firmenwagen, die sich im Betriebsvermögen befinden, weil sie zu mehr als 50% betrieblich genutzt werden, müssen, sofern kein Fahrtenbuch vorgelegt wird mit der sog. 1 % Regelung pauschal versteuert werden. Bemessungsgrundlage hierfür ist immer der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs. Rabatte bei der Anschaffung des Fahrzeugs spielen keine Rolle. Hiervon ist 1% pro Monat als privater Nutzungsanteil steuerpflichtig. Die Umsatzsteuer ist zusätzlich mit 19% abzuführen.

Sind mehrere Fahrzeuge in der Firma, und nutzen diese Fahrzeuge mehrere Personen, so trifft den Steuerzahler die Beweislast, denn er muss glaubhaft machen, dass bestimmte betriebliche Fahrzeuge nicht privat genutzt werden. Das fällt nur dann leicht, wenn es sich um "Werkstattwagen" handelt oder ein Mitarbeiter das Fahrzeug auch privat nutzt, und dieses über dessen Gehaltsabrechnung schon versteuert wird.

Bis 2009 erlaubte das Finanzamt eine Vereinfachungsregelung, wonach das Fahrzeug mit dem höchsten Listenpreis privat zu versteuern war. Das änderte sich mit einem kürzlich ergangenen BFH - Urteil. Ein Unternehmer wollte mehrere sehr teure Fahrzeuge im Betrieb absetzen und behauptete, dass seine Ehefrau keines dieser Fahrzeuge fährt. Die Richter glaubten zwar dem Unternehmer, aber trotzdem Pech, weil er jedes Fahrzeug auch selbst privat nutzte, besteuerte der BFH jedes dieser drei Fahrzeug mit der 1% Regelung!

Dem setzte der BFH im April 2010 noch eins darauf. Ein Apotheker und Arzneimittelhersteller beschäftigte 80 Mitarbeiter, darunter auch seinen Sohn. In der Firma befanden sich viele Fahrzeuge, und ein Audi A8. Der Unternehmer behauptete, dass dieses Fahrzeug privat von niemandem genutzt werde, vielmehr sich ein weiterer Audi A8 im Privatvermögen befindet. Der BFH entschied im Urteilsfall nach der "allgemeinen Lebenserfahrung" und unterwarf das Fahrzeug in der Lohnabrechnung des Sohnes der 1% Regelung.

Tipp des Steuerberaters: Eine Mehrfachbesteuerung der privaten Nutzung kann nur vermieden werden, wenn der Unternehmer sich zur Führung von Fahrtenbüchern vor allem für privat nutzbare Fahrzeuge entschließt. Dienstanweisungen, die eine private Fahrzeugnutzung verbieten, wird der BFH auf Grund der "allgemeinen Lebenserfahrung" nicht immer ernst nehmen.

(s.a. Gothaer Versicherungsbank WAG Monatsmagazin "Chefsache")