TIPP: PHOTOVOLTAIKANLAGE


Steuertipp: Photovoltaikanlage

Öffentliche Förderungen und steuerliche Vergünstigungen sind attraktiv und dienen vor allem der Anschubfinanzierung. Mit dem Bau einer Photovoltaikanlage wird auch ein Privatmann "Unternehmer" im steuerlichen Sinne. Die damit über Jahre zu beachtenden steuerlichen Erklärungspflichten und verbundenen Kosten sind nicht zu unterschätzen. 

Vor dem Kauf einer Photovoltaikanlage sind die Rechtsbeziehungen zwischen dem Eigentümer des Gebäudes und dem Betreiber der Anlage zu beachten. Das gilt insbesondere für Eheleute, Erben- und Wohnungseigentümergemeinschaften.

Das Finanzamt geht von einer 20-jährigen Nutzungsdauer aus, d.h. die Anlage kann jährlich mit 5 Prozent abgeschrieben werden. Dazu gehören nach neuester Rechtsprechung auch Anschaffungskosten von Solarziegel-Anlagen oder anteilige Kosten der speziell für diese Zwecke gebauten Carports oder Schuppen.

Der Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG) kann vom Investor in Anspruch genommen werden. Für die jährliche Steuererklärung reicht eine Einnahmen-/Ausgabenrechnung. Laufende Reparaturkosten sind absetzbar, ebenso Finanzierungskosten, wie z.B. günstige KFW-Mittel, Zinsen der Hausbank oder Privatdarlehen.

Mit einer kleinen Photovoltaikanlage wird der Investor üblicherweise nicht mehr als 17.500 Euro jährlichen Umsatz erzielen und ist deswegen "Kleinunternehmer" und nicht umsatzsteuerpflichtig. Um aber aus den Investitionskosten 19 Prozent Umsatzsteuer zu beanspruchen, sollte der Unternehmer zur Umsatzsteuer "optieren". Das Finanzamt erstattet dann die in den Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer. Im Gegenzug fordert es zukünftig Umsatzsteuererklärungen, d.h. die in der Einspeisungsvergütung des Strombetreibers enthaltene Umsatzsteuer ist an das Finanzamt über Jahre abzuführen. Ein anteiliger privater Verbrauch ist als "unentgeltliche Wertabgabe" umsatzsteuerlich zu erfassen.

Die Gewinne aus dem Betrieb einer kleinen Anlage werden den Gewerbesteuerfreibetrag von 24.500 Euro nicht übersteigen. Bei größeren Anlagen ist die Abgabe von Gewerbesteuererklärungen wegen des anfänglichen Verlustvortrages und der Verrechnungsmöglichkeit mit zukünftigen gewerblichen Gewinnen unabdingbar.

Bei der Grunderwerbsteuer ist beim Kauf oder Verkauf von Gebäuden zu unterscheiden, ob die Anlage der eigene Energieversorgung oder ausschließlich der Einspeisung in das öffentliche Energienetz dient. Nur bei letzterem handelt es sich nicht um "Zubehör zum Grundvermögen" und ist damit grunderwerbsteuerfrei.

Tipp: Die Finanzgerichte habe in jüngster Zeit zahlreiche Fälle zu Photovoltaikanlage entschieden. Vor der Investitionsentscheidung ist steuerlicher Rat unabdingbar, denn die Sonne sollte nicht nur auf die Ökobilanz sondern auch langfristig in den Geldbeutel scheinen.